Vitrine aus den frühen 60er-Jahren.

Wie sehen eigentlich Ihre Möbel aus? Entsprechen diese Ihrem Leben oder stammen sie noch aus Ihrer ersten eigenen Wohnung oder gar Ihrem Kinderzimmer? Auch sehr beliebt: die Einrichtung erinnert noch an frühere Beziehungen und dabei leben Sie schon seit über zehn Jahren allein.

Ich habe in der letzten Woche mehrere Leute getroffen, bei denen bei der Wohnungssuche die alten Möbel ein Thema waren.

Wer eine Wohnung sucht und diese auch tatsächlich finden will, sollte sich immer zuerst mit seinem derzeitigen Leben beschäftigen. Auch wenn Sie nicht planen, in Ihre alte Wohnung noch viel zu investieren, ist ein Check Ihrer Möbel ein guter Start in den Neubeginn.

Die Gegenstände mit denen wir unser Zuhause gestalten, sind ein Zeugnis unserer jeweiligen Lebensumstände.

Als Jugendliche wollen wir oft einen Einrichtungsstil, der sich hauptsächlich von dem unserer Eltern unterscheidet. Man will einmal selbst etwas gestalten und sein eigenes Leben präsentieren.

Ziehen wir dann in unsere erste eigene Wohnung, so setzt sich das, nicht zuletzt auf Grund budgetärer Begrenzungen, oft fort. Viele Studenten oder junge Berufstätige haben einfach nicht das große Budget, um gleich tolle neue Designermöbel zu kaufen und wenn wir ehrlich sind, sind diese auch nicht immer unbedingt nötig.

Aber auch wenn man älter wird und vielleicht einmal gut eingerichtet hat, sollte man manchmal überlegen, ob alles passt. Gerade wenn Beziehungen auseinandergehen, oder geliebte Menschen sterben, sollte man nach einiger Zeit einmal darauf achten, wie viel Platz der frühere Partner noch in der Wohnung einnimmt.

Was passiert, wenn sich nichts ändert?

Beginnen wir wieder bei den jungen Menschen, die noch in Ihrer ersten eigenen Wohnung leben: Irgendwann steht vielleicht die Familiengründung oder jedenfalls eine Beziehung mit gemeinsamer Wohnung an. Ist dies eine der beiden bereits bestehenden Wohnungen, dann muss sich der einziehende Partner erst einmal ihren oder seinen Platz schaffen.

Meistens ist genau das mit großen Diskussionen verbunden. Schließlich haben beide Partner ein Vorleben und das möchte irgendwie berücksichtigt werden. Zwei Lebensstile prallen aufeinander und es kommt oft zu Konflikten, die sich gerade rund um Möbelstücke zeigen können.

Aber selbst wenn man allein lebt, verändert sich das Leben doch sehr. Egal, ob Sie den Job wechseln, sich der Freundeskreis verändert oder die Lebensumstände ändern, wir entwickeln uns im Laufe der Zeit einfach.

Im Gegensatz zu uns machen unsere Räume diese Entwicklung aber nicht von selbst mit. Hier sind wir gefordert, aktiv einzugreifen, um die Entwicklung nachzuvollziehen.

Wenn eine Beziehung zu Ende geht, bedeutet dies ebenfalls, dass man den ehemaligen oder verstorbenen Partner aus der Wohnung ausziehen lassen muss. Auch wenn es weh tut, nach einer angemessenen Trauerzeit sollten die Erinnerungen zumindest reduziert werden.

Nicht alle Erinnerungsstücke, wie dieses Sofa, möbeln ein neues Zuhause auf.

Was früher zum gemütlichen Sitzen verführte, kann später zum Ballast werden.

Was passiert, wenn ich nichts mache?

Auf den ersten Blick ändert dies natürlich nicht viel. Wenn man aber genauer schaut, dann merkt man, dass genau das ein Problem sein kann.

Wenn wir in unser Zuhause nie etwas Neues, dem aktuellen Entwicklungsstand unseres Lebens entsprechendes, holen, dann werden wir über kurz oder lang auch wenig Neues erleben und kennenlernen.

Unser Unterbewusstsein nimmt die ganze Zeit wahr, womit wir uns so umgeben. Genau das, was wir uns aber zeigen, ist das, was wir uns damit ins Leben holen. Umgeben wir uns mit den Möbeln unserer Kindheit und Jugend, dann fehlt uns einfach die Entwicklung in unserem Leben. Neues hat keinen Platz, weil wir uns von altem nicht lösen.

Lösen wir uns etwa nicht von den Bildern eines geschiedenen Partners, dann wird es auch schwerfallen, uns einer neuen Beziehung zu öffnen und einen neuen Menschen ins Leben zu lassen.

Aber ich kann doch nicht alles rausschmeißen, wenn ich bald umziehen will?

Gerade wenn Sie auf der Suche nach einer neuen Eigentumswohnung sind, ist es nur allzu verständlich, dass Sie nicht im großen Stil alle Ihre alten Möbel rauswerfen wollen, um sich in der alten Umgebung noch einmal neu einzurichten.

Meist hilft es aber schon, sich der aktuellen Lage und der Notwendigkeit von Veränderungen bewusst zu werden. Wollen Sie eine neue Wohnung in Ihr Leben holen, dann hilft es, sich schon einmal mit Einrichtungsideen und Wünschen für eine neue Wohnung zu beschäftigen.

Sie können schon einmal aktiv planen, welche Ihrer Möbel unbedingt mitkommen müssen und welche zurückbleiben dürfen. Gibt es Dinge in Ihrer alten Wohnung, die Sie bereits jetzt nicht mehr nutzen, dann beginnen Sie diese zu entsorgen. Bilder von Verstorbenen müssen Sie nicht wegwerfen, aber Sie müssen diese Bilder auch nicht in der ganzen Wohnung offen sichtbar aufhängen. Ein Platz an einer Wand oder gar gesammelt in einer Lade ermöglicht Ihnen, wieder in die Zukunft zu schauen.

Nutzen Sie Accessoires

Selbst wenn Sie noch keine Möbel verabschieden können, gibt es vielleicht alte Accessoires oder Bilder oder gar noch Poster, die einfach nicht mehr Ihrem aktuellen Leben entsprechen. Räumen Sie ab. Suchen Sie sich zunächst drei Objekte pro Raum, die definitiv nicht mehr übersiedeln sollen.

Dann suchen Sie drei weitere Objekte, bei denen Sie sich noch nicht ganz sicher sind, ob diese mitkommen müssen, oder ob es andere Möglichkeiten gibt.

Die Dinge, die definitiv nicht mehr mitkommen sollen, werfen Sie bitte entweder sofort weg oder verschenken diese binnen maximal einer Woche. Diese Fristsetzung ist notwendig, damit Sie den Vorgang nicht unnötig in die Länge ziehen und so den Schwung etwas zu ändern verlieren.

Die Gegenstände, bei denen Sie nicht sicher sind, ob Sie diese weiter behalten wollen, geben Sie in eine Kiste und schreiben ein Datum drauf. Dieses liegt drei Monate in der Zukunft. Haben Sie bis dahin die Kiste nicht geöffnet, dann werfen Sie diese UNGEÖFFNET einfach weg. Sie werden die Gegenstände nicht mehr vermissen.

Um jetzt neuen Schwung in Ihr Leben und die Suche nach einer neuen Wohnung zu bringen, dürfen Sie die weggegebenen Gegenstände durch neue ersetzen. Hier gilt es, für Sie passende Accessoires zu finden, die Sie auch in Ihrer nächsten Wohnung verwenden können. Das können etwa eine Zierdecke, neue Bettwäsche, ein Bild oder auch neue Handtücher sein. Solche Gegenstände bringen oft sehr viel frische Energie und frischen Schwung.

Lassen Sie los

Zum Abschluss noch ein kurzer Tipp für Ihre Wohnsituation. Wenn Sie jetzt das Gefühl haben, dass Sie total viel zu tun hätten, um Ihre Wohnung auf einen Umzug zu „programmieren“, dann lassen Sie sich davon nicht erschlagen.

Fangen Sie doch einfach an: Was ist das erste Stück in Ihrer Umgebung, das gehen kann? Nehmen Sie dieses jetzt und entfernen Sie es sofort aus Ihrer Wohnung. Oft ist es wirklich nur das erste Stück, das uns den größten Stress macht. Probieren Sie es aus!

Wohnküche mit Blick hinaus auf den Garten.

Großzügige Wohnküche mit Garten und Terrasse der Top 4 , Groß-Enzersdorfer Straße 36, Wien 22.

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