Großflächige helle Wohnzimmerküche im Dachgeschoß.

Gehören Sie zu den Menschen, die gerne Preise vergleichen wollen? Als Bauträger werde ich oft von Leuten angerufen, die mich fragen, was denn der Quadratmeter meiner Wohnprojekte so kosten soll. Warum ich diese Frage nicht einfach mit einer Zahl beantworten kann klärt dieser Beitrag.

Die Wahrheit über den Quadratmeterpreis heute auf wohnwerk.at

Die Wahrheit über den Quadratmeterpreis

Quadratmeter wovon?

Sie erwarten sich wahrscheinlich auf die Frage nach dem Quadratmeterpreis eine einfache Antwort. So etwas wie EUR 3.500,00 pro Quadratmeter. So liest man das ja auch ständig in irgendwelchen Preisvergleichen in Zeitungen oder im Internet. Aber hilft Ihnen diese Antwort wirklich?

Schauen wir uns doch einmal an, wie sich der Preis eines Wohngebäudes so zusammensetzt:

  1. Grundkosten – Preis der Anschaffung des Grundstücks
  2. Abbruchkosten des Altobjekts
  3. Planungskosten – Kosten des Architekten und der Haustechnikplanung
  4. Baupreis – abhängig von Lage, Beschaffenheit des Untergrunds, Platz zum Aufbau eines Krans usw.
  5. Ausstattung – welche Extras werden hier geboten?
  6. Nebenkosten – Vertragserrichtung, Steuern und Gebühren etc.
  7. Finanzierung –für Ankauf des Grundstücks und Bau des Objekts
  8. Kosten für die Leistung des Bauträgers

Dies ist ein – zugegebenermaßen sehr grober – Überblick über Kosten des Baus eines Objekts. Jetzt könnte man meinen, ein Objekt erreicht eine gewisse Quadratmeterzahl, wenn ich die Gesamtkosten dadurch multipliziere habe ich doch einen Quadratmeterpreis.

Stimmt – aber stimmt auch nicht!

Ja, es stimmt. Wenn ich die gesamten Errichtungskosten durch die entstandenen Quadratmeter dividiere, dann komme ich auf einen Wert pro Quadratmeter. Aber ist dieser realistisch als Vergleichswert mit anderen Objekten oder auch für die Ermittlung eines späteren Wiederverkaufswerts?

Bevor ich da näher darauf eingehe, möchte ich einen kleinen Vergleich anführen. Wie wäre es wenn wir statt von einer Wohnung von einem Kleidungsstück reden?

Zugegebenermaßen handelt es sich hier um eine ganz andere Größenordnung der Investition, aber im Grunde ist es ähnlich. Sie wollen eine Jacke kaufen. Wonach richten Sie sich bei der Auswahl?

Geht es um den Preis des Laufmeters Stoff? Wenn ja, kaufen Sie deshalb vielleicht eine Bluse oder ein Hemd, weil hier der Laufmeterpreis gerade günstiger ist? Oder auch innerhalb des Segments Jacke: geht es Ihnen lediglich um den Preis eines Stücks Jacke oder doch auch um das Design, die Farbe, die Dicke oder gar die Marke?

Ebenso ist es dann wohl bei einer Wohnung. Hier kann man eben nicht nur anhand des Quadratmeterpreises vergleichen.

Die Grafik zeigt ein großes Fragezeichen. Links davon steht "Was fehlt?"

Fehlt was?

Was fehlt denn in der Rechnung oben?

Letztendlich eine wesentliche Frage: Kaufen wir denn eine willkürliche Fläche zu einem fixen Preis pro Quadratmeter oder kaufen wir uns eine Wohnung, um darin zu leben, unsere Kinder großzuziehen und vielleicht später auch einmal die Enkelkinder zu empfangen?

Würde sich die Entscheidung für oder gegen eine Wohnung rein nach dem Quadratmeterpreis richten, würden Bauträger nur noch leere Hallen errichten.

Tatsächlich bauen wir aber Wohnungen, die bereits viel Planung beinhalten und schon berücksichtigen, wie die späteren Eigentümer einmal wohnen werden.

Als Bauträger treffe ich bereits vor Ihnen die Entscheidung, ob Sie später zwei oder drei Zimmer haben werden. Ich lege fest, in welche Richtung Ihr Bett positioniert sein sollte und wo Sie voraussichtlich Ihr Sofa aufstellen. Letztendlich machen wir aus einem leeren Raum Ihren Wohntraum.

Jetzt könnten Sie sagen, dass das alles noch kein Grund für unterschiedliche Preise in einem Haus ist. Aber es gibt noch ein paar weitere Punkte die zu beachten sind:

Wonach bestimmt sich der Preis jetzt wirklich?

Zumindest für meine Objekte kann ich sagen, dass ich mir die folgenden Fragen vor einer Kalkulation stelle. Dann kalkuliere ich aus allen Antworten einen Gesamtpreis pro Wohnung.

  • Ist die Wohnung nord- oder südseitig?
  • Geht sie auf eine Straße oder in den Hof?
  • Gibt es viel Sonne oder ist die Wohnung eher dunkel?
  • In welchem Stock befindet sich die Wohnung? In einem Haus mit Lift wird es nach oben hin oft teurer.
  • Wie groß ist die Wohnung? Größere Wohnungen sind manchmal tendenziell billiger im Quadratmeterpreis.
  • Hat die Wohnung einen Balkon, eine Terrasse oder einen Garten? Diese Bereiche können kaum mit dem vollen Preis eingerechnet werden.
  • Gibt es sonstige Besonderheiten, wie zum Beispiel eine größere Raumhöhe im Dachgeschoß?
  • Gibt es besonders viele Gangflächen oder etwa ein Stiegenhaus in der Wohnung (Maisonette) – hier wird oft ein Abschlag für diese Flächen vorgenommen.
  • Wie ist die Ausstattung der Wohnung?

Wie Sie sehen, gibt es keine allgemeine Regel mit denen ich alle Wohnungen gleich bewerten würde. Sie sollten das also auch nicht tun. Und noch ein letztes: Was hilft Ihnen der Quadratmeterpreis, wenn Sie eigentlich eine Zwei-Zimmer Wohnung mit 50 Quadratmetern suchen, ich aber lediglich eine Drei-Zimmer Wohnung mit 80 Quadratmetern zu verkaufen habe?

Deshalb meine Empfehlung: Rechnen Sie sich ruhig den Quadratmeterpreis aus, aber erst dann wenn eine Wohnung von den restlichen Parametern her überhaupt zu Ihnen passt. Und bitte vergleichen Sie nicht Äpfel mit Birnen – unterschiedliche Bauträger bauen auch komplett unterschiedlich. Die Qualität der verwendeten Materialien kann ebenfalls völlig unterschiedlich sein.Qualitativ sehr hochwertige Wohnungen finden Sie hier: Unser Immobilienangebot

Finden Sie diesen Artikel hilfreich? Dann teilen Sie es mit Ihren Freunden.

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.