Singlewohnung oder auch für junge kinderlose Paare.

Wer einmal Vater oder Mutter ist, bleibt das sein Leben lang. Das macht sich auch beim Thema Wohnen und Anlage in Wohnungseigentum bemerkbar. Sind Kinder noch jung, dann will man sicherstellen, dass sie später einmal eine eigene Wohnung zur Verfügung haben. Sind sie schon erwachsen, dann muss man sich doch als Elternteil trotzdem noch einbringen und ihnen bei der Wohnungssuche helfen.

Lesen Sie hier, wie Sie Ihren Kindern wirklich bei der Wohnraumsuche helfen können.

Immer wieder fragen mich Eltern nach einer Wohnung, die sie für ihre Kinder suchen. Wenn ich sie frage, wie alt denn die Kinder sind, dann können da ganz unterschiedliche Antworten dabei sein. Im Wesentlichen gibt es zwei Gruppen: erwachsene Kinder, die tatsächlich auf Wohnungssuche sind und „wirkliche“ Kinder, für die die Eltern schon „auf Vorrat“ eine Wohnung kaufen wollen.

Eltern und Kind sitzen am Tisch. Vater zeigt beschwichtigend auf ihn.

Wer trifft die Entscheidung für des Kindes Wohl?

Mein Kind sucht gerade eine Wohnung

Das ist ein sehr häufiger Fall. Eltern oder auch Großeltern versuchen, ihren erwachsenen Kindern bei der Wohnungssuche zu helfen.

Auffallend ist, dass diese Anfragen praktisch nie zu Besichtigungen führen. Das könnte daran liegen, dass die Kinder vielleicht gar keine Eigentumswohnung suchen, oder wahrscheinlicher, dass die Eltern keine Ahnung von den Wünschen ihrer Kinder haben.

Was kann ich tun, um meinen erwachsenen Kindern wirklich zu helfen?

Das ist jetzt sehr schwierig zu beantworten. Wie weit erwachsene Kinder Interesse daran haben, dass ihre Eltern ihnen bei der Wohnungssuche helfen, kann sehr unterschiedlich sein.

Sind Ihre Kinder noch in Studium oder Berufsausbildung, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Ihre Hilfe nicht nur gewünscht, sondern sogar notwendig ist. Sind Ihre Kinder aber schon viele Jahre erfolgreich im Berufsleben, dann ist es wahrscheinlich anders.

Der vielleicht wichtigste Punkt ist, dass Sie Ihre Kinder fragen, ob diese Ihre Hilfe wirklich benötigen und wollen.

Mischen Sie sich nicht im Vorhinein in die Wohnungssuche ein, sondern helfen Sie, wenn Sie gefragt werden. Natürlich kann es interessant sein, dass Sie Wohnungsangebote raussuchen, aber tun Sie das nur, wenn vorher genau feststeht, was Sie eigentlich suchen sollen.

Aber ich will doch was drauflegen?

Eine ganz heikle Frage für alle Beteiligten ist, wenn die Eltern den erwachsenen Kindern Geld für den Wohnungskauf „drauflegen“, also zur Verfügung stellen, wollen.

Hier kann es für beide Seiten schwierig werden. Eltern glauben, sie müssen jetzt mitsprechen und Kinder, die eigentlich selbst entscheiden wollen, fühlen sich zumindest verpflichtet, ihren Eltern zuzuhören oder bei höheren Summen, sich nach diesen zu richten.

Es ist natürlich toll, wenn Eltern oder Großeltern auch ihren erwachsenen Kindern Geld für den Wohnungskauf oder die Einrichtung zur Verfügung stellen. Es wird nicht viele erwachsene Kinder geben, die dies grundsätzlich ablehnen. Aber bitte seien Sie sich bewusst, dass dies Ihre Kinder nicht dazu verpflichtet, Ihre Wünsche umzusetzen.

Lassen Sie Ihren Kindern lieber die Freiheit. Diese sollen ihre eigenen Wünsche umsetzen, nur dann ist sichergestellt, dass sie auch glücklich leben können.

Oma sitzt am Teetischchen

Akzeptieren Sie, dass Ihre Kinder nicht so leben wollen.

Und wenn mein Kind noch nicht erwachsen ist?

Auch das ist ein nicht so seltener Fall. Eltern sorgen nun einmal gerne für ihre Kinder vor und das ist auch gut so. Ihre Kinder werden es Ihnen danken, wenn auch vielleicht nicht so, wie Sie es sich denken.

Zunächst einmal muss klar sein, dass egal wie gut Ihnen die Wohnung jetzt gefällt, diese für Ihre Kinder später nicht passen muss. Vielleicht entwickeln Ihre Kinder andere Pläne und wollen in einen anderen Teil der Welt ziehen, oder einfach nur in einem anderen Stadtteil.

Aber auch wenn die Kinder die Wohnung später wollen, müssen Sie davon ausgehen, dass diese dann nicht unbedingt Ihre jetzige Einrichtung oder die Tapeten wollen, die Sie jetzt aussuchen.

Vermietung als Alternative

Wenn es doch noch ein paar Jahre oder auch Jahrzehnte dauert, bis Ihre Kinder einmal in die von Ihnen gekaufte Wohnung einziehen können, dann sollten Sie schon aus Kostengründen an eine zwischenzeitliche Nutzung denken.

Leerstehende Immobilien kosten Geld. Auch wenn niemand in einer Wohnung lebt, wird diese abgenutzt und verliert an Wert. Betriebskosten und auch Kosten für Beheizung fallen ebenfalls immer an. Idealerweise bietet es sich daher an, eine solche Wohnung befristet zu vermieten.

Falls Sie in einer solchen Wohnung eine Küche oder auch sonstige Geräte einbauen, denken Sie daran, dass auch das sehr schnell veralten kann. Geben Sie nicht zu viel dafür aus; bis Ihre Kinder erwachsen sind, kann hier schon wieder ganz anderes benötigt werden. Wichtig ist eine solide Einrichtung, die auch einen möglichen Mieterwechsel im Lauf der Zeit gut aushält.

Ein weiteres Kriterium sollte sein, dass die Wohnung über einen guten Grundriss verfügt. Dies bedeutet in diesem Fall etwa möglichst von einem zentralen Gang begehbare Wohnräume, ein großes Bad und vielleicht einen Balkon oder eine Terrasse. Sollten Ihre Kinder nämlich doch nicht einziehen, erleichtert dies den Wiederverkauf doch deutlich.

Ratlose Oma zuckt die Achseln und macht eine fragende Pose.

Und soll ich jetzt überhaupt helfen?

Soll ich überhaupt für meine Kinder suchen?

Das kann man wie gesagt nicht verallgemeinern. Bei erwachsenen Kindern fragen Sie bitte immer nach. Bei noch kleinen Kindern denken Sie immer zuerst an Ihre eigene Vermögenssituation. Es macht keinen Sinn, sich völlig zu verschulden, nur um später etwas an die Kinder zu übergeben. Wenn Sie allerdings ohnedies Geld anlegen wollen, dann können Sie hierbei auch die spätere Situation Ihrer Kinder berücksichtigen.

 

Credits: shutterstock.com / Iakov Filimonov / Kiselev Andrey Valerevich / Dmytro Zinkevych

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