Ruine

Sie suchen eine neue Eigentumswohnung. Dabei sehen Sie ganz tolle Bilder von einem traumhaften Dachausbau mit großartigem Ausblick. Sie kommen hin und auch der erste Blick auf das Haus ist schön: Es handelt sich um einen Altbau mit neuer Fassade und das Stiegenhaus ist frisch gestrichen.

Sie kaufen die Wohnung, doch nach einem Monat erhalten Sie von der Hausverwaltung einen Erlagschein mit der Bitte zur sofortigen Einzahlung von 10.000 Euro.

Undenkbar? Leider nicht!

Im Wohnungseigentum sind alle Eigentümer am ganzen Haus und damit an allen zu bezahlenden Arbeiten beteiligt. Nur weil Sie Wohnungseigentum an einer Wohnung im zweiten Stock erwerben, bedeutet das nicht, dass Sie nicht etwa auch bei der undichten Dachterrasse oder dem feuchten Fleck im Erdgeschoß mitzahlen müssen.

Wohnungseigentum ist in Österreich als ausschließliches Recht zur Nutzung einer Wohnung oder eines sonstigen selbstständigen Nutzungsobjekts (Parkplatz, Büro, Ordination, Lagerraum) definiert. Das bedeutet aber auch, dass das Eigentum am Gebäude und auch der gesamten Liegenschaft selbst allen Eigentümern gemeinsam gehört.

Dadurch lässt sich aber auch erklären, warum es so wichtig ist beim Kauf einer Wohnung immer auch den Zustand des Hauses genauer zu betrachten.

Der Reparaturfonds – Geld für schlechtere Zeiten

Das Wohnungseigentumsgesetz bestimmt, dass alle Wohnungseigentumsgemeinschaften (vereinfacht gesagt die Eigentümer der Wohnungen zusammen) dazu verpflichtet sind, einen Reparaturfonds anzulegen. Hierbei handelt es sich um Geld, das für allfällige Reparaturarbeiten am Haus gespart wird.

Üblicherweise wird hierfür ein bestimmter Betrag pro Monat von der Hausverwaltung gemeinsam mit den Betriebskosten eingehoben. Wie hoch dieser Betrag sein muss ist gesetzlich nicht genau geregelt. Die meisten Hausverwaltungen haben hier ihre Richtwerte, letztendlich hängt es aber von der Eigentümergemeinschaft ab, welcher Betrag hier eingehoben wird.

Wenn Sie sich jetzt eine Wohnung kaufen wollen, sollte Sie insbesondere auch dieser Betrag interessieren. Ist dieser nämlich zu niedrig oder wird etwa in Folge einer dringenden Reparaturmaßnahme mehr Geld benötigt, kann die Hausverwaltung auch den kompletten fehlenden Betrag auf einmal von den Eigentümern verlangen.

Ist das dann in Ihrer Haushaltsrechnung nicht vorgesehen, kann es zu unerwarteten hohen Sonderausgaben kommen.

Wie kann ich mich schützen?

Wenn Sie der Meinung sind, eine Wohnung in einem Altbau kaufen zu wollen, dann ist es sinnvoll sich vom Verkäufer oder der Hausverwaltung eine Liste mit den geplanten Arbeiten im Haus sowie den aktuellen Stand der Rücklage nennen zu lassen. Sollten Sie hier erkennen, dass sich das nicht ausgehen kann, kalkulieren Sie es in Ihrer Ankaufsrechnung mit ein bzw. versuchen Sie es bei etwaigen Preisverhandlungen mit anzusprechen.

Im Neubau kann es natürlich auch zu Nachzahlungen und Mehrkosten kommen, generell sollte hier das Risiko aber niedriger sein. Die Gefahr besteht natürlich immer, dass im Bau geschlampt wurde oder der Bauträger in Konkurs geht.

Hiergegen sind Sie einerseits durch das BTVG (Bauträgervertragsgesetz – anwendbar für Objekte, die sich noch im Bau befinden und für die vor Fertigstellung bereits ein gewisser Geldbetrag eingehoben wird) geschützt. Dieses Gesetz sieht Absicherungsmaßnahmen durch schrittweise Auszahlungen der von Ihnen hinterlegten Gelder nach Bestätigung eines Sachverständigen bis zum Ende der Gewährleistungsfrist oder alternativ Sicherstellungen etwa durch Bankgarantien vor. Der Bauträger kann also nicht einfach mit dem Geld verschwinden ohne dass er Ihre Wohnung erfolgreich übergeben hat.

Zusätzlich empfehle ich Ihnen aber auf Ihren Bauch zu hören und eventuell Geld für einen vertragsprüfenden Anwalt zu investieren. Ihr bester Schutz hier ist es, sich die Historie der von Ihrem Bauträger bzw. dessen ausführender Baufirma errichteten Gebäude anzusehen.

Fazit

Ein guter Bauträger wird Ihnen gerne fertiggestellte Referenzprojekte zeigen. Wenn Sie es wie bei unseren Objekten mit einer externen und vom Bauträger unabhängigen Hausverwaltung zu tun haben, können Sie sich auch bei dieser über Erfahrungen mit dem Bauträger informieren. Oder wenn Objekte fertig errichtet sind, fragen Sie doch jemanden der bereits im Haus wohnt.

Für die Objekte 1210 Wien, Gebauergasse 18 und 1220 Wien, Groß-Enzersdorfer Straße 36 stehe ich Ihnen natürlich gerne zur Verfügung.

Neubauten wie unsere Gebauergasse 18 brauchen kaum Reparaturen

Neubauten wie unsere Gebauergasse 18 brauchen kaum Reparaturen

1 Antwort
  1. Otto Poirt
    Otto Poirt sagte:

    Hier in solchen Fällen ist einfach notwendig sich zu informieren. Manchmal, wenn alles zu schön klingt um wahr zu sein und es offensichtlich notwendige Reparaturen gibt und niemand sagt einem etwas, wäre es besser sich fachmännische Hilfe zu holen.

    In meinem Fall war es so, dass die mir bei dem Kauf einer Altbauwohnung in Wien gesagt haben, es gibt nichts zu renovieren. Ich hab daher das Haus auch mit einem Fachmann von einer Baufirma besichtigt (http://www.koenig-heinrich.at/sanierung/renovierung) und der hat mir gesagt, dass da wesentlich mehr Baumängel vorhanden sind, als vorher gesagt wurde.

    Hab die Wohnung dann nicht gekauft. Sowas passiert immer wieder, also Vorsicht!

    Antworten

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.