Blick von Donaustadt nach Floridsdorf

 

Warum die Stadt auch jenseits der Donau einiges zu bieten hat

Wien hat 23 Bezirke, eine riesige Anzahl an Bezirksteilen, Grätzeln und völlig unterschiedlichen Gebieten. Aber es gibt einen Teil von Wien, der sich vielen Bewohnern der restlichen Stadt wohl nie erschließen wird.

Alles, was „jenseits“ der Donau ist, gilt für viele immer noch als eine andere Welt.

Wie es dazu kam, was Floridsdorf und die Donaustadt so zu bieten haben, erfahren Sie in den nächsten Zeilen.

Wien - Kaisermühlen

Kaisermühlen. Blick vom DC Tower Richtung Südost. Foto: Bwag

Die Donau war immer schon das trennende Element der Stadt, aber auch der ganzen Region.

Die alten Römer hatten zwar mit Vindobona, im Bereich der heutigen Inneren Stadt, eine Stadt in unserer Region errichtet, aber es war auch eine Grenzregion.

Der sogenannte Limes, die Außengrenze des Römischen Reichs, wurde an die Donau gesetzt. Alles dahinter galt für die Römer als unzivilisiert.

Das heißt aber nicht, dass diese Gebiete unbewohnt oder unzivilisiert waren. Im Bereich um den Bisamberg gibt es Hinweise auf menschliche Ansiedlungen bereits ab 4000 vor Christus.

Zur Zeit der Römer war die Region zwar weniger stark besiedelt, es gab aber diverse Germanenvölker, die sich in diesem Bereich ansiedelten.

Von den Babenbergern bis zur Eingemeindung

Nach dem Ende der Römerzeit bewohnten verschiedenste Völker die Region des 21. und 22. Bezirks. Die erste namentliche Erwähnung eines heutigen Ortsteils stammt aus der Zeit der Babenberger. Im Jahr 1014 wurde Jedlesee – damals Outcinesse (See des Uz) erstmals erwähnt.

Die Gegend war aber immer noch durch die vielen Donauarme vom Rest des heutigen Wiens getrennt. Erst durch den steigenden Handel wurden vor zirka 550 Jahren die ersten Brücken gebaut.

Durch die Handelswege Richtung Böhmen und Mähren entstand an deren Querung der bis heute bekannte Spitz und damit die Siedlung Floridsdorf. (Näheres finden Sie z.B. auf der Website des Bezirksamtes)

1894 wurde Floridsdorf mit anderen Orten am linken Donauufer verschmolzen. So wurde Floridsdorf mit den Ortschaften Donaufeld, Jedlesee und Neu-Jedlersdorf zur Großgemeinde Floridsdorf. Diese wurde dann Anfang des 20. Jahrhunderts aus wirtschaftlichen Gründen eingemeindet.

Das damalige Floridsdorf betraf auch große Teile des heutigen Bezirks Donaustadt, von dem ebenfalls einige Gemeinden damals bereits eingegliedert wurden.

Aufnahmeblatt 4657-3c Heiligenstadt, Floridsdorf, Strebersdorf

Floridsdorf und seine Umgebung um 1872. Quelle: Wikipedia

Die heutigen Grenzen der Bezirke

Die heutigen Grenzen des 21. Bezirks Floridsdorf und des 22. Bezirks Donaustadt stammen erst aus den 1950er-Jahren, da zunächst noch weitere Gemeinden zu Wien eingegliedert wurden, später aber wieder selbstständig wurden.

Durch die späten Zusammenlegungen bestanden die beiden Bezirke zunächst aus jeweils mehreren kleineren Orten, die mit der Zeit zusammengewachsen sind. Bis heute ist diese Teilung insbesondere im 22. Bezirk, aber etwa auch in Strebersdorf oder Stammersdorf sehr deutlich zu spüren.

Floridsdorf about 1895

Floridsdorf um 1895 mit Hauptstraße und Marktplatz. Links das „Spitzer Wirtshaus“ und das Rathaus. Quelle: Wikipedia

Die mangelnde Infrastruktur

Was ist jetzt der Grund, dass so viele Wiener diese beiden Bezirke immer gemieden haben und vielleicht heute noch meiden?

Auch hier kann man die späte Eingemeindung als ausschlaggebend sehen. Beide Bezirke waren lange Zeit sehr stark landwirtschaftlich geprägt, auch wenn in Floridsdorf im 20. Jahrhundert wegen der guten Verkehrsanbindung mit der Bahn große Industriegebiete entstanden.

Dazu kam, dass es bis zum Bau der Donauinsel noch große Gebiete gab, die ähnlich wie im 2. Bezirk regelmäßig bei Hochwasser überflutet wurden. Es gab keine großen Anreize, in diese Gegenden zu ziehen, da die Verkehrsanbindung vor dem Bau der U-Bahn lediglich über eine Straßenbahn gegeben war.

Erste Projekte zur Entwicklung betrafen dann auch direkt die Zone nahe der Donau, wie etwa der Bau des Donauparks für die Internationale Gartenschau oder später der UNO-City.

Um Wohnraum zu schaffen, baute die Gemeinde große Wohnsiedlungen, wie den Gemeindebau am Rennbahnweg oder die Großfeldsiedlung. Diese Bauten prägten dann das Bild der Wiener von „Transdanubien”. Auf den Bau von Massenverkehrsmitteln verzichtete man zunächst.

Wien wächst und Transdanubien wächst mit

Mit steigendem Wachstum der Stadt war es notwendig, die Anbindung zu verbessern, was sich auch in einer verbesserten Infrastruktur niedergeschlagen hat.

Im 22. Bezirk führten der Bau von UNO-City, Austria Center Vienna, des Donauzentrums und der U-Bahn zu einer Entwicklung der Bereiche von Kaisermühlen bis Kagran. Durch Ausbauten entstanden immer weitere gut angebundene Zonen.

Im 21. Bezirk half die Erweiterung der U-Bahn ebenfalls. Hier steht jetzt aber ein weiterer großer Entwicklungsschub, etwa durch die Blocksanierungen rund um die Brünner Straße und den Bau des Krankenhaus Nord, bevor.

Aspern Lobaugasse

Ältere Bürgerhäuser des 22. Bezirkes findet man auch in der Lobaugasse. Quelle/Foto: Wikipedia/Ferdinand h

Aspern (Wien) - Löwe (Kriegerdenkmal)

Der “Löwe von Aspern“ am Platz vor der Pfarrkirche St. Martin in Aspern. Quelle/Foto: Wikipedia/Bwag

Ist Transdanubien eine eigene Welt?

Die Antwort ist ja und nein zugleich. Durch die historischen Ortskerne, aber auch durch die großen Gemeindebausiedlungen, haben sich eigene Rayons gebildet. Bewohner dieser Zonen identifizieren sich oft stark mit ihrer Wohngegend und fühlen sich in anderen Bereichen Wiens wohntechnisch nicht wohl. Umgekehrt geht das vielen Bewohnern des restlichen Wiens genauso.

Aber dass dieses Gefühl nicht mehr gerechtfertigt ist, zeigen Leute, die jetzt doch übersiedeln, oder gar von außerhalb der Stadt nach Wien zuwandern. Hier zeigt sich, dass die Lagen des 21. und 22. Bezirks wegen ihrer nahen Ruhelagen, aber auch wegen der hervorragend ausgebauten Infrastruktur (Einkaufen, Kino, Schulen, Kindergärten, der öffentliche Verkehr ist gut ausgebaut) mittlerweile sehr gefragt sind. Natürlich hilft auch, dass die Kaufpreise für Eigentumswohnungen oft noch ein ganzes Stück niedriger sind als in anderen Bezirken.

Ein kleiner Park im Sommer.

Der Marie-Schuller-Park liegt nur einen Steinwurf von unserem Wohnhaus in der Gebauergasse 18 entfernt.

Schauen Sie sich das an

Wenn Sie auf der Suche nach einer neuen Wohnung in Wien sind, sollten Sie die beiden Bezirke jedenfalls nicht im Vorhinein komplett ausschließen. Schauen Sie sich um. Machen Sie einen Spaziergang über die Donauinsel oder den Donaupark, gehen Sie in Strebersdorf oder Stammersdorf wandern oder besuchen Sie das Erholungsgebiet um die Lobau.

U1, U2 und U6 sowie die S-Bahn und mehrere Straßenbahnlinien bringen Sie in wenigen Minuten in andere Stadtteile. Wien wächst und die beiden Bezirke „Transdanubiens“ sind hier besonders stark betroffen. Moderne Infrastruktur, verbunden mit viel unverbaubaren Grünflächen, bieten aber immer noch die Möglichkeit für ein Leben mit viel Freiraum und das mitten in der Stadt.

Gerne stehe auch ich Ihnen in meinen beiden Objekten in Floridsdorf und Aspern zur Verfügung und zeige Ihnen, wie modernes Wohnen mit guter Erreichbarkeit ausschauen kann.

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.