Reihenhaus

Auch ein Reihenhaus ist nur eine Eigentumswohnung. War Ihnen das schon bekannt? Ein Reihenhaus ist rechtlich jeder Eigentumswohnung gleichgesetzt. Sie sind also lediglich Wohnungseigentümer und nicht Eigentümer eines eigenen Hauses. Als Wohnungseigentümer stehen Ihnen in Ihrem Objekt zwar auch viele Rechte offen, aber sie unterliegen weitaus mehr Vorschriften, die das Zusammenleben regeln.

Und was bedeutet dies jetzt im Alltag?

Zunächst werden Sie davon nicht viel merken. Das Einzige, was gleich auffällt, ist, dass die Häuser der Nachbarn genauso aussehen wie Ihres.

Den Unterschied, den Sie aber bemerken werden, finden Sie im Bereich des Zusammenlebens. Es gibt in den meisten Anlagen einen professionellen Hausverwalter, alternativ kann aber auch einer der Miteigentümer die Verwaltung für alle Beteiligten übernehmen.

Notwendig ist dies, da Sie im Gegensatz zum Einfamilienhaus Teil einer Gemeinschaft von Wohnungseigentümern werden. Wie bei einer Eigentumswohnung fallen Kosten an, die an diese Gemeinschaft und nicht individuell an die Eigentümer verrechnet werden.

Welche Kosten fallen denn an?

Es gibt einerseits Betriebskosten wie etwa Wasser, Grundsteuer, Müll, die Hausversicherung oder die Schneeräumung. Die Verträge hierfür müssen üblicherweise für eine gesamte Liegenschaft abgeschlossen werden, daher werden sie von der Wohnungseigentümergemeinschaft beauftragt.

Ebenso gibt es aber auch die Erhaltungskosten. Im Gegensatz zum Einfamilienhaus, wo Sie allein für alle Reparaturen verantwortlich sind und diese auch frei beauftragen können, sind im Reihenhaus alle Reparaturen an der Substanz von der Gemeinschaft zu erledigen und zu finanzieren.

Genau wie bei einer Eigentumswohnung müssen also gewisse Kosten gemeinsam bezahlt werden. Sinnvollerweise gibt es hierfür ein Gemeinschaftskonto, von dem aus diese Aufwendungen geregelt werden.

Ein professioneller Hausverwalter wird auch darauf achten, dass eine Rücklage für die Eigentümergemeinschaft gebildet wird, von der dann in Folge spätere Reparaturen bezahlt werden können, ohne den einzelnen Eigentümer mit einer Einmalzahlung komplett zu überfordern.

Die Frage der Erhaltung

Laut Wohnungseigentumsgesetz gilt im Reihenhaus die gleiche Regelung wie für jede Eigentumswohnung. Kosten für die Erhaltung der Substanz sind von den Wohnungseigentümern nach den jeweiligen Nutzwerten zu tragen.
Im Wohnungseigentumsvertrag kann Abweichendes geregelt werden. Gerade bei Reihenhäusern passiert es etwa immer wieder, dass darin festgelegt wird, dass die Erhaltung der einzelnen Objekte dem jeweiligen Eigentümer obliegt. Gibt es aber keine solche Klausel, ist jede Erhaltungsarbeit an der Substanz und insbesondere auch an der Außenhaut eine Sache der Gemeinschaft.

Reihenhaus

Altmodische Reihenhausanlage. Foto: onnola / flickr

Was passiert, wenn ein Eigentümer nicht zahlt?

Grundsätzlich haften alle Eigentümer solidarisch für die Aufwendungen der Liegenschaft. Kann also ein Eigentümer seine laufenden Betriebs- und Erhaltungskosten nicht mehr bezahlen, dann müssen die anderen dessen Anteile mitübernehmen und können sich dann mittels Klage diese Gelder zurückholen. Hier kommt es natürlich darauf an, ob der betreffende Eigentümer überhaupt noch liquide ist. Wenn diese Forderungen der Gemeinschaft aber binnen sechs Monaten bei Gericht eingebracht werden, dann besteht zumindest ein Vorzugspfandrecht.

Was sind andere Streitpunkte?

Da vielen Leuten nach wie vor nicht klar ist, dass es sich beim Reihenhaus um eine Eigentumswohnung handelt, kommt es insbesondere zu Streitigkeiten rund um die Individualisierung der Objekte.

Es ist nicht einfach erlaubt, einen anderen Zaun, eine anders gefärbte Fassade oder einen Wintergarten anzubringen, da dies alles Themen der Wohnungseigentümergemeinschaft sind. Ohne Zustimmung der Mitarbeiter oder eine entsprechende Regelung im Wohnungseigentumsvertrag, ist dies alles nicht möglich.

Wie bei der Eigentumswohnung müssen alle Miteigentümer einer Veränderung zustimmen. Die fehlende Zustimmung eines Eigentümers kann zwar gerichtlich ersetzt werden, es bleibt aber die Frage, ob ein überstimmter Nachbar ein guter Nachbar ist.

Und was passiert später damit?

Viele Leute, die sich ein Haus kaufen, planen dies gleich für ihr gesamtes Leben und am besten auch noch für die nächsten drei Generationen zu erhalten. Dieser durchaus legitime Gedanke muss allerdings im Reihenhaus oft hintenanstehen. Wie bereits erwähnt, bedarf es für Sanierungen und Umbauten der Gemeinschaft der Wohnungseigentümer. Gerade wenn Anlagen älter werden und damit die Notwendigkeit von Sanierungen steigt, sinkt oft der Wille der betroffenen Eigentümer, auch wirklich genügend Geld in die Sanierung der gemeinsamen Anlage zu stecken. Ohne Einigung werden aber oft nicht einmal die nötigsten Arbeiten erledigt.

Was können Sie tun, wenn Sie sich für ein Reihenhaus interessieren?

Mein Tipp dafür ist es, dass Sie sich den Wohnungseigentumsvertrag genau anschauen. Was dürfen Sie ohne die Eigentümergemeinschaft und was erfordert deren Einvernehmen? Wie viele Wegflächen, die im Winter beleuchtet und vom Schnee geräumt werden müssen, gibt es in der Anlage? Gibt es eine Hausverwaltung?
Und wenn Sie älter werden?

Gerade im Alter kann ein Reihenhaus auch zur Belastung werden. Die Kinder sind vielleicht schon ausgezogen und man braucht den Platz gar nicht mehr, vor allen Dingen hat es aber Treppen. Diese müssen jedes Mal auf dem Weg zu den Schlaf- oder Badezimmern überwunden werden. Oft ist es einfacher in eine kleine Eigentumswohnung zu wechseln, da ein Reihenhaus dann einfach zu viel Arbeit macht.

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Foto ganz oben: Christian Steinborn / flickr

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