Die Zinsen auf Spareinlagen sind ja schon seit längerer Zeit praktisch nicht vorhanden. Wenn man dann auch noch die Kapitalertragssteuer abzieht, bleiben minimalste Restbeträge. Durch die Inflation verliert man mit Sparbüchern letztendlich Geld.

In diesen Zeiten gibt es einen steten Trend zu Immobilien als Anlageform. Auch ich habe schon öfters Wohnungen an Anleger verkauft und ja, grundsätzlich ist es möglich, zu vermieten. Es gibt aber auch Fälle, wo das zu Problemen führen kann.

Mag. Stephan Maier zeigt Geld in seiner Hand.

Wie sinnvoll ist die Immobilie als Anlageform?

Die ideale Wohnung zur Vermietung

Fragt man einen Makler oder Vermögensberater, der sich auch mit Immobilien beschäftigt, so könnte man meinen, dass lediglich die Zwei-Zimmer-Wohnung mit 50 Quadratmetern als Mietobjekt in Frage kommt. Hierbei werden aber einige Punkte außer Acht gelassen, die ebenfalls mitentscheidend sein können:

  • Die Lage: Nur weil eine Wohnung diese Größe hat, heißt das nicht automatisch, dass sie auch für eine Vermietung gut geeignet ist.
  • Das Mietrechtsgesetz: Dieses regelt, welcher Preis für eine Wohnung eigentlich verlangt werden darf.
  • Förderbestimmungen: Gibt es auf Ihrem Haus eine Wohnbauförderung, ist eine Vermietung meist nicht erlaubt.
  • Steuerliche Themen: Wann macht eine Vermietung überhaupt Sinn?

Welche Größe sollte eine Wohnung zur Vermietung haben?

Diese Frage kann ganz unterschiedlich beantwortet werden. Ging man vor kurzem wirklich noch von der 50-Quadratmeterwohnung aus, so verschieben sich hier gerade die Größen. Heute sind es eher 70 bis 80 Quadratmeter, mit mindestens drei Zimmern, die oft genannt werden.

Beachten sollte man allerdings, dass immer, wenn solche Trends ausgerufen werden, derartige Wohnungen im großen Stil auf den Markt kommen. Es ist also sinnvoll, sich mit der Frage ein wenig zu beschäftigen, und eventuell ebenso größere oder kleinere Wohnungen anzuschauen. Auch hier besteht eine gewisse Nachfrage am Mietmarkt.

Ein wichtiger Faktor kann allerdings der geplante Mietpreis sein. Rechnen Sie realistisch durch, was Ihre Mieter sich leisten werden können. Sie wollen mit Sicherheit Gewinne machen, Ihre Mieter müssen deshalb aber trotzdem noch ihr weiteres Leben finanzieren können. Das kann den Mietermarkt auch sehr einschränken.

Die Lage – wo Sie guten Gewissens kaufen können

Hier gilt in Wien die Regel, dass es überall unkompliziert ist, wo es eine halbwegs sinnvolle Anbindung an Massenverkehrsmittel gibt. Ich hatte vor einiger Zeit ein Gespräch mit einer Hausverwalterin, die relativ viele Wohnungen hat, die an Studenten vermietet sind. Studenten sind unter anderem eine der Hauptzielgruppen für die Anmietung von Vorsorgewohnungen.

Sie erklärte mir, dass hier eine große Bereitschaft ist, innerhalb der großen Flächenbezirke herumzufahren. So suchen etwa Studenten der Veterinärmedizinischen Universität (Donaufelder Straße an der Grenze vom 21. zum 22. Bezirk) Wohnungen im gesamten Bereich dieser beiden Großbezirke. Analog gilt dies natürlich auch in anderen Bereichen Wiens beziehungsweise für andere Universitäten.

Ein wesentliches Kriterium ist aber meist die Anbindung an das Straßenbahn- oder U-Bahn-Netz. Eine kurze Busfahrt zur U-Bahn ist nicht unbedingt ein Ausschließungsgrund. Wenn man aber zunächst 20 Minuten mit dem Bus fahren muss, um anschließend in die Straßenbahn zu steigen und dann erst binnen einer Stunde irgendwo ins Zentrum zu kommen, ist die Anbindung für Vorsorgeeigentum nicht gut geeignet.

Neubauten wie unsere Gebauergasse 18 brauchen kaum Reparaturen

Unser Haus in der Gebauergasse 18, 1210 Wien ist verkehrstechnisch gut angebunden.

Altbau oder Neubau

Beides wird Ihnen heutzutage als Wohnung zu Vorsorgezwecken verkauft. Allerdings gelten hier völlig unterschiedliche Regeln.

Liegt Ihre neue Wohnung in einem ungefördert errichteten Neubau, können Sie die Miethöhe derzeit praktisch frei festlegen. Auch andere Bestimmungen des Mietrechtsgesetzes treffen Sie nur in einem verringerten Ausmaß (Teilanwendung des Mietrechtsgesetzes).

Im Altbau, aber auch in geförderten Neubauten, schaut die Sache anders aus. Für Altbauten (bei Eigentumswohnungen sind das üblicherweise Gebäude, die vor 1945 errichtet wurden), gilt das Mietrechtsgesetz in seinem Vollanwendungsbereich. Das bedeutet, dass es genaue Regeln zur Höhe des erlaubten Mietzinses gibt. Auch die Betriebskosten, die an einen Mieter weiterverrechnet werden können, sind hier genau definiert.

Bei den heutigen Kaufpreisen zahlt sich eine Vermietung im Altbau als Einnahmequelle in der Regel nicht aus. Einzige Ausnahme können steuerrechtliche Regelungen sein, diese verändern sich aber derzeit gerade sehr stark. Fragen Sie daher bitte vor dem Kauf einer Altbauwohnung zunächst Ihren Steuerberater, ob dies für Sie überhaupt eine sinnvolle Investition sein kann.

Top 18, Wohnküche

Gebauergasse 18, Top 18, Wohnküche einer 2-Zimmer-Maisonettewohnung.

Die Förderung – Vermietungsverbot oder Mietpreisbremse?

Liegt Ihre Wohnung in einem gefördert errichteten Objekt, so besteht meist ein Vermietungsverbot. Diese Wohnungen sind für die eigene Nutzung bestimmt und sollen daher nicht vermietet werden.

Ist eine Vermietung allerdings zulässig, so gelten meist erneut die Mietzinsrichtlinien des Mietrechtsgesetzes. Dies bedeutet einen relativ niedrigen Mietzins, insbesondere im Raum Wien.

Aufpassen muss man vor allem bei Bauten aus den 1950er- und 1960er-Jahren. Diese sind laut Gesetz eigentlich keine Altbauten, es kann sich aber um Objekte handeln, die mit einer Wohnbau-Wiederaufbauförderung finanziert wurden. Diese Förderungen führen auch heute noch zu einer Mietzinsbeschränkung. Wurde die Förderung allerdings begünstigt zurückbezahlt, dann kann ein etwas höherer Mietzins (angemessener Mietzins) vereinbart werden, die anderen gesetzlichen Regelungen bleiben aber aufrecht.

Fazit

Eine Vermietung einer Eigentumswohnung ist (fast) immer erlaubt, allerdings kann die Mietzinshöhe beschränkt sein. Sollten Sie sich für einen frei finanzierten Neubau entscheiden, haben Sie derzeit die geringsten Auflagen.

Bei jeder Immobilieninvestition zu Anlagezwecken empfiehlt es sich, vorher einen Steuerberater und einen Juristen mit Erfahrung im Wohnrecht zu kontaktieren. Es handelt sich immer um längerfristige Veranlagungen, deshalb sollten diese auch gut geplant sein.

Top 19, Wohnküche

Gebauergasse 18, Top 19, Wohnküche einer 3-Zimmerwohung.

Ein amerikanischer Kolonialbau

Amerikaner sehen das viel lockerer als wir

Ich weiß nicht wie es Ihnen geht: Wie ich selbst damals ein neues Eigenheim gesucht habe (und das war lange vor meiner Zeit als Bauträger) war mir doch recht deutlich bewusst, dass es sich um eine langfristige Entscheidung handeln würde.

Nach mittlerweile knapp 15 Jahren in meinem kleinen Haus kann ich sagen, dass sich das für mich im Moment auch noch bestätigt hat, wenn ich aber auch bereits ein wenig daran zweifle.

Geht es Ihnen genauso? Suchen Sie eine Wohnung oder ein Haus in dem auch noch Ihre Enkel einmal leben sollen?

Ich bin davon mittlerweile abgegangen und sehe meine Entscheidung für mein Zuhause als Entscheidung auf Zeit. Jetzt bin ich hier zu Hause, bereits morgen könnte es aber ganz anders sein. Aber wonach richtet sich eine solche Entscheidung wirklich und wieso komme ich gerade auf den Vergleich mit den USA?

Amerikanisches versus Wiener Denken

Amerikaner gelten schon lange als wesentlich flexibler in der Wahl ihres Wohnortes. Wenn eine interessante berufliche Aufgabe kommt, wechseln viele nicht nur den Job sondern auch gleich ihr gesamtes Wohnumfeld. Hierbei ziehen sie teilweise ans andere Ende des Kontinents.

Wir Europäer und insbesondere auch wir Österreicher denken da oft noch anders. Natürlich lässt sich die europäische langfristig gewachsene Kultur auch nicht so ohne weiters mit Amerika vergleichen. Auch bei uns gehen dank des Zusammenwachsens der Europäischen Staaten immer mehr Personen für eine Zeit oder auch für immer ins Ausland.

Aber jetzt mal ehrlich – für viele ist auch schon der Umzug in einen anderen Bezirk der gleichen Stadt schwer vorstellbar. Ich erlebe in meiner Tätigkeit als Bauträger immer wieder, dass Leute sich extrem an ihren Wohnbezirk gebunden fühlen. Oftmals aber auch an die eigene Wohnung.

So gesehen ist dann natürlich die Entscheidung für die Eigentumswohnung eine Lebensentscheidung. Aber muss das denn wirklich unumkehrbar sein?

Wohnküche einer Maisonette.

Top 20, Gebauergasse 18, Wien 21: 3-Zimmer Wohnung auf 2 Dachgeschoße errichtet. Wohnfläche mit 162 m² mit Balkon und Terrassen.

Denken Sie auch ans Enkelkind?

Denken Sie doch einmal daran was passiert, wenn Sie unerwartet noch ein Kind bekommen und plötzlich ist ein Zimmer zu wenig da. Oder der umgekehrte Fall: die Kinder sind erwachsen und ausgezogen. Jetzt stehen Sie mit einem großen Haus inklusive Garten da und wissen gar nicht, wie Sie das alles erhalten sollen.

Schon ist die ganze Lebensplanung futsch und Sie müssen sich neu finden. Nur wie verwertet man jetzt die einst so kostbar erworbene oder gar selbst gebaute Immobilie am Besten?

Das ist eine Frage, die Sie sich am Besten schon bei der Wahl Ihrer Immobilie stellen sollten. Gehen Sie nicht davon aus, dass Sie für immer hier wohnen werden. Machen Sie es wie die Amerikaner und suchen Sie nicht nach der Immobilie, die noch Ihre Enkelkinder bewohnen können.

Fragen Sie sich lieber was Ihnen im Hier und Jetzt wichtig ist. Was muss Ihre Traumimmobilie können? Und schauen Sie sich auch ein wenig um, mit welcher Entwicklung in Ihrem Stadtteil gerechnet werden kann. Hier denke ich an Infrastrukturprojekte wie etwa Altstadtsanierungsförderungen, den Bau neuer öffentlicher Verkehrsmittel oder etwa ganz neuer Stadteile (wie in Wien zum Beispiel die Seestadt Aspern oder das Sonnwendviertel beim neuen Hauptbahnhof).

Die Qualität macht den Unterschied

Außerdem sollten Sie – diesmal wieder aus europäischer Sicht – auf die Qualität des von Ihnen erworbenen Objekts achten. Werden hier minderwertige Baumaterialien benutzt, kann es schon sehr bald zu enormen Folgekosten kommen. Ein Verkauf einer desolaten Immobilie wird nur mit großen Preisabschlägen möglich sein.

In diesem Sinn achten Sie weniger auf die jetzige Lage als mehr auf die Entwicklung die ihr Wohngebiet aus heutiger Sicht nehmen wird und entscheiden Sie sich für Qualität beim Bau. Es wird Ihnen bei einem späteren Wiederverkauf enorm helfen. Wie Sie Ihre alte Immobilie für einen Verkauf vorbereiten können, erfahren Sie unter dem Stichwort Home Staging in diesem Blog.

Und ihre Enkelkinder werden Ihnen auch dankbar sein, wenn Sie einmal selbst entscheiden können wo sie wohnen wollen. Oder möchten Sie gerne in das Wohnzimmer Ihrer Großeltern einziehen?


Bildnachweis: Kolonialhaus: Susan Law Cain / shutterstock.com; Wohnraum: PARACELSUS Wohnbau.

 

Ruine

Sie suchen eine neue Eigentumswohnung. Dabei sehen Sie ganz tolle Bilder von einem traumhaften Dachausbau mit großartigem Ausblick. Sie kommen hin und auch der erste Blick auf das Haus ist schön: Es handelt sich um einen Altbau mit neuer Fassade und das Stiegenhaus ist frisch gestrichen.

Sie kaufen die Wohnung, doch nach einem Monat erhalten Sie von der Hausverwaltung einen Erlagschein mit der Bitte zur sofortigen Einzahlung von 10.000 Euro.

Undenkbar? Leider nicht!

Im Wohnungseigentum sind alle Eigentümer am ganzen Haus und damit an allen zu bezahlenden Arbeiten beteiligt. Nur weil Sie Wohnungseigentum an einer Wohnung im zweiten Stock erwerben, bedeutet das nicht, dass Sie nicht etwa auch bei der undichten Dachterrasse oder dem feuchten Fleck im Erdgeschoß mitzahlen müssen.

Wohnungseigentum ist in Österreich als ausschließliches Recht zur Nutzung einer Wohnung oder eines sonstigen selbstständigen Nutzungsobjekts (Parkplatz, Büro, Ordination, Lagerraum) definiert. Das bedeutet aber auch, dass das Eigentum am Gebäude und auch der gesamten Liegenschaft selbst allen Eigentümern gemeinsam gehört.

Dadurch lässt sich aber auch erklären, warum es so wichtig ist beim Kauf einer Wohnung immer auch den Zustand des Hauses genauer zu betrachten.

Der Reparaturfonds – Geld für schlechtere Zeiten

Das Wohnungseigentumsgesetz bestimmt, dass alle Wohnungseigentumsgemeinschaften (vereinfacht gesagt die Eigentümer der Wohnungen zusammen) dazu verpflichtet sind, einen Reparaturfonds anzulegen. Hierbei handelt es sich um Geld, das für allfällige Reparaturarbeiten am Haus gespart wird.

Üblicherweise wird hierfür ein bestimmter Betrag pro Monat von der Hausverwaltung gemeinsam mit den Betriebskosten eingehoben. Wie hoch dieser Betrag sein muss ist gesetzlich nicht genau geregelt. Die meisten Hausverwaltungen haben hier ihre Richtwerte, letztendlich hängt es aber von der Eigentümergemeinschaft ab, welcher Betrag hier eingehoben wird.

Wenn Sie sich jetzt eine Wohnung kaufen wollen, sollte Sie insbesondere auch dieser Betrag interessieren. Ist dieser nämlich zu niedrig oder wird etwa in Folge einer dringenden Reparaturmaßnahme mehr Geld benötigt, kann die Hausverwaltung auch den kompletten fehlenden Betrag auf einmal von den Eigentümern verlangen.

Ist das dann in Ihrer Haushaltsrechnung nicht vorgesehen, kann es zu unerwarteten hohen Sonderausgaben kommen.

Wie kann ich mich schützen?

Wenn Sie der Meinung sind, eine Wohnung in einem Altbau kaufen zu wollen, dann ist es sinnvoll sich vom Verkäufer oder der Hausverwaltung eine Liste mit den geplanten Arbeiten im Haus sowie den aktuellen Stand der Rücklage nennen zu lassen. Sollten Sie hier erkennen, dass sich das nicht ausgehen kann, kalkulieren Sie es in Ihrer Ankaufsrechnung mit ein bzw. versuchen Sie es bei etwaigen Preisverhandlungen mit anzusprechen.

Im Neubau kann es natürlich auch zu Nachzahlungen und Mehrkosten kommen, generell sollte hier das Risiko aber niedriger sein. Die Gefahr besteht natürlich immer, dass im Bau geschlampt wurde oder der Bauträger in Konkurs geht.

Hiergegen sind Sie einerseits durch das BTVG (Bauträgervertragsgesetz – anwendbar für Objekte, die sich noch im Bau befinden und für die vor Fertigstellung bereits ein gewisser Geldbetrag eingehoben wird) geschützt. Dieses Gesetz sieht Absicherungsmaßnahmen durch schrittweise Auszahlungen der von Ihnen hinterlegten Gelder nach Bestätigung eines Sachverständigen bis zum Ende der Gewährleistungsfrist oder alternativ Sicherstellungen etwa durch Bankgarantien vor. Der Bauträger kann also nicht einfach mit dem Geld verschwinden ohne dass er Ihre Wohnung erfolgreich übergeben hat.

Zusätzlich empfehle ich Ihnen aber auf Ihren Bauch zu hören und eventuell Geld für einen vertragsprüfenden Anwalt zu investieren. Ihr bester Schutz hier ist es, sich die Historie der von Ihrem Bauträger bzw. dessen ausführender Baufirma errichteten Gebäude anzusehen.

Fazit

Ein guter Bauträger wird Ihnen gerne fertiggestellte Referenzprojekte zeigen. Wenn Sie es wie bei unseren Objekten mit einer externen und vom Bauträger unabhängigen Hausverwaltung zu tun haben, können Sie sich auch bei dieser über Erfahrungen mit dem Bauträger informieren. Oder wenn Objekte fertig errichtet sind, fragen Sie doch jemanden der bereits im Haus wohnt.

Für die Objekte 1210 Wien, Gebauergasse 18 und 1220 Wien, Groß-Enzersdorfer Straße 36 stehe ich Ihnen natürlich gerne zur Verfügung.

Neubauten wie unsere Gebauergasse 18 brauchen kaum Reparaturen

Neubauten wie unsere Gebauergasse 18 brauchen kaum Reparaturen

Singlewohnung oder auch für junge kinderlose Paare.

Wer einmal Vater oder Mutter ist, bleibt das sein Leben lang. Das macht sich auch beim Thema Wohnen und Anlage in Wohnungseigentum bemerkbar. Sind Kinder noch jung, dann will man sicherstellen, dass sie später einmal eine eigene Wohnung zur Verfügung haben. Sind sie schon erwachsen, dann muss man sich doch als Elternteil trotzdem noch einbringen und ihnen bei der Wohnungssuche helfen.

Lesen Sie hier, wie Sie Ihren Kindern wirklich bei der Wohnraumsuche helfen können.

Immer wieder fragen mich Eltern nach einer Wohnung, die sie für ihre Kinder suchen. Wenn ich sie frage, wie alt denn die Kinder sind, dann können da ganz unterschiedliche Antworten dabei sein. Im Wesentlichen gibt es zwei Gruppen: erwachsene Kinder, die tatsächlich auf Wohnungssuche sind und „wirkliche“ Kinder, für die die Eltern schon „auf Vorrat“ eine Wohnung kaufen wollen.

Eltern und Kind sitzen am Tisch. Vater zeigt beschwichtigend auf ihn.

Wer trifft die Entscheidung für des Kindes Wohl?

Mein Kind sucht gerade eine Wohnung

Das ist ein sehr häufiger Fall. Eltern oder auch Großeltern versuchen, ihren erwachsenen Kindern bei der Wohnungssuche zu helfen.

Auffallend ist, dass diese Anfragen praktisch nie zu Besichtigungen führen. Das könnte daran liegen, dass die Kinder vielleicht gar keine Eigentumswohnung suchen, oder wahrscheinlicher, dass die Eltern keine Ahnung von den Wünschen ihrer Kinder haben.

Was kann ich tun, um meinen erwachsenen Kindern wirklich zu helfen?

Das ist jetzt sehr schwierig zu beantworten. Wie weit erwachsene Kinder Interesse daran haben, dass ihre Eltern ihnen bei der Wohnungssuche helfen, kann sehr unterschiedlich sein.

Sind Ihre Kinder noch in Studium oder Berufsausbildung, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Ihre Hilfe nicht nur gewünscht, sondern sogar notwendig ist. Sind Ihre Kinder aber schon viele Jahre erfolgreich im Berufsleben, dann ist es wahrscheinlich anders.

Der vielleicht wichtigste Punkt ist, dass Sie Ihre Kinder fragen, ob diese Ihre Hilfe wirklich benötigen und wollen.

Mischen Sie sich nicht im Vorhinein in die Wohnungssuche ein, sondern helfen Sie, wenn Sie gefragt werden. Natürlich kann es interessant sein, dass Sie Wohnungsangebote raussuchen, aber tun Sie das nur, wenn vorher genau feststeht, was Sie eigentlich suchen sollen.

Aber ich will doch was drauflegen?

Eine ganz heikle Frage für alle Beteiligten ist, wenn die Eltern den erwachsenen Kindern Geld für den Wohnungskauf „drauflegen“, also zur Verfügung stellen, wollen.

Hier kann es für beide Seiten schwierig werden. Eltern glauben, sie müssen jetzt mitsprechen und Kinder, die eigentlich selbst entscheiden wollen, fühlen sich zumindest verpflichtet, ihren Eltern zuzuhören oder bei höheren Summen, sich nach diesen zu richten.

Es ist natürlich toll, wenn Eltern oder Großeltern auch ihren erwachsenen Kindern Geld für den Wohnungskauf oder die Einrichtung zur Verfügung stellen. Es wird nicht viele erwachsene Kinder geben, die dies grundsätzlich ablehnen. Aber bitte seien Sie sich bewusst, dass dies Ihre Kinder nicht dazu verpflichtet, Ihre Wünsche umzusetzen.

Lassen Sie Ihren Kindern lieber die Freiheit. Diese sollen ihre eigenen Wünsche umsetzen, nur dann ist sichergestellt, dass sie auch glücklich leben können.

Oma sitzt am Teetischchen

Akzeptieren Sie, dass Ihre Kinder nicht so leben wollen.

Und wenn mein Kind noch nicht erwachsen ist?

Auch das ist ein nicht so seltener Fall. Eltern sorgen nun einmal gerne für ihre Kinder vor und das ist auch gut so. Ihre Kinder werden es Ihnen danken, wenn auch vielleicht nicht so, wie Sie es sich denken.

Zunächst einmal muss klar sein, dass egal wie gut Ihnen die Wohnung jetzt gefällt, diese für Ihre Kinder später nicht passen muss. Vielleicht entwickeln Ihre Kinder andere Pläne und wollen in einen anderen Teil der Welt ziehen, oder einfach nur in einem anderen Stadtteil.

Aber auch wenn die Kinder die Wohnung später wollen, müssen Sie davon ausgehen, dass diese dann nicht unbedingt Ihre jetzige Einrichtung oder die Tapeten wollen, die Sie jetzt aussuchen.

Vermietung als Alternative

Wenn es doch noch ein paar Jahre oder auch Jahrzehnte dauert, bis Ihre Kinder einmal in die von Ihnen gekaufte Wohnung einziehen können, dann sollten Sie schon aus Kostengründen an eine zwischenzeitliche Nutzung denken.

Leerstehende Immobilien kosten Geld. Auch wenn niemand in einer Wohnung lebt, wird diese abgenutzt und verliert an Wert. Betriebskosten und auch Kosten für Beheizung fallen ebenfalls immer an. Idealerweise bietet es sich daher an, eine solche Wohnung befristet zu vermieten.

Falls Sie in einer solchen Wohnung eine Küche oder auch sonstige Geräte einbauen, denken Sie daran, dass auch das sehr schnell veralten kann. Geben Sie nicht zu viel dafür aus; bis Ihre Kinder erwachsen sind, kann hier schon wieder ganz anderes benötigt werden. Wichtig ist eine solide Einrichtung, die auch einen möglichen Mieterwechsel im Lauf der Zeit gut aushält.

Ein weiteres Kriterium sollte sein, dass die Wohnung über einen guten Grundriss verfügt. Dies bedeutet in diesem Fall etwa möglichst von einem zentralen Gang begehbare Wohnräume, ein großes Bad und vielleicht einen Balkon oder eine Terrasse. Sollten Ihre Kinder nämlich doch nicht einziehen, erleichtert dies den Wiederverkauf doch deutlich.

Ratlose Oma zuckt die Achseln und macht eine fragende Pose.

Und soll ich jetzt überhaupt helfen?

Soll ich überhaupt für meine Kinder suchen?

Das kann man wie gesagt nicht verallgemeinern. Bei erwachsenen Kindern fragen Sie bitte immer nach. Bei noch kleinen Kindern denken Sie immer zuerst an Ihre eigene Vermögenssituation. Es macht keinen Sinn, sich völlig zu verschulden, nur um später etwas an die Kinder zu übergeben. Wenn Sie allerdings ohnedies Geld anlegen wollen, dann können Sie hierbei auch die spätere Situation Ihrer Kinder berücksichtigen.

 

Credits: shutterstock.com / Iakov Filimonov / Kiselev Andrey Valerevich / Dmytro Zinkevych